Für Stiftungen, Kommunen, Verbände und Presse
Der erste landwirtschaftliche Testraum wird in der Praxis erprobt.
Auf zwei echten Betrieben, mit echten GründerInnen, in einer Region, in der bis zu drei Viertel der Betriebe keine gesicherte Nachfolge haben. FarmStarter ist ein Modellprojekt in und mit der Praxis.

Landwirtschaftlicher Testraum
Was der Begriff meint
Für uns ist der Landwirtschaftliche Testraum ein Inkubator. Der Begriff Inkubator stammt aus der Biologie: ein geschützter Raum, in dem etwas heranwachsen kann, bis es eigenständig lebensfähig ist.
Ein landwirtschaftlicher Testraum überträgt dieses Prinzip auf die Existenzgründung. Ein bestehender Betrieb und eine GründerIn mit einer klaren Geschäftsidee gehen eine begleitete Partnerschaft ein. Über zwei bis drei Jahre entwickelt und erprobt sie ihre Gründung unter realen, aber abgesicherten Bedingungen, um danach einen eigenen Betrieb zu leiten, oder genug Erfahrung gesammelt zu haben, sich für einen anderen Weg zu entscheiden.
Warum es diesen Inkubator braucht
Der Strukturwandel ist nicht vom Himmel gefallen.
Wer heute in Deutschland einen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieb gründen will — ohne elterlichen Betrieb, ohne Erbe, mit wenig Kapital — hat kaum eine Chance. Gleichzeitig suchen Betriebe händeringend nach Nachfolge und finden niemanden, dem der Einstieg strukturell möglich wäre. Beides hängt zusammen, und beides ist das Ergebnis von Rahmenbedingungen, nicht von Naturgesetzen.
Was fehlt, sind Einstiegsstrukturen. In Frankreich sind sie über zwei Jahrzehnte entstanden. Dort wird heute gut ein Drittel aller Betriebsübergaben außerfamiliär vollzogen. In Deutschland liegt dieser Anteil bei unter zwei Prozent.
Der Altersdurchschnitt in der Landwirtschaft ist hoch, reizvolle Einstiegsmöglichkeiten fehlen. Eine Hofübergabe wird meist erst dann zum Thema, wenn die ältere Generation aufhört. Wir wollen sie früher denken: als Weg, auf dem LandwirtInnen mitten im Berufsleben NeueinsteigerInnen begleiten. Denn die Perspektiven für die Landwirtschaft werden immer dünner, wenn es nicht gelingt, gute, freudvolle und konstruktive Lösungen zu entwickeln.
37 %
der Betriebe werden in Frankreich außerfamiliär gegründet
unter 2 %
der Hofübergaben in Deutschland finden außerhalb der Familie statt
64–78 %
der Betriebe in der Region sind ohne gesicherte Nachfolge
74 %
der Inkubierten in Frankreich gründen danach erfolgreich
Das Vorhaben
FarmStarter als Reallabor
FarmStarter Elbe Valley entwickelt und erprobt Einstiegsstrukturen dort, wo sie gebraucht werden: auf zwei laufenden Betrieben in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Wir bauen den Inkubator nicht für LandwirtInnen, sondern mit ihnen — und werten wissenschaftlich aus, was funktioniert und was nicht.
Ziel ist ein Modell, das nicht von Pilotförderung abhängig bleibt, sondern trägt und auf andere Regionen übertragbar ist.
Förderung
BMFTR · WIR!-Förderlinie
Laufzeit
April 2026 – Dezember 2028
Erste GründerInnen
Bewerbungen ab sofort
Pilotbetriebe
Landwirtschaftsbetrieb Julia Bar-Tal
Die Warnke Agrar GmbH
Konsortium
5 Partner
Erste Saison
2027
Wer im Konsortium mitarbeitet
Wissenschaft, Trägerstruktur, Kommunikation — und zwei Betriebe, auf denen es wirklich passiert.
Wir sind ein Team mit geballtem Wissen, Netzwerk und Erfahrung, das wir GründerInnen zur Verfügung stellen möchten. Dieses „wir“ soll in den kommenden zwei Jahren wachsen und viele weitere AkteurInnen von Behörden bis Stiftungen, von Netzwerken bis Verbänden sollen mit einbezogen werden, um GründerInnen bei ihrem Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Es soll eine Trägerstruktur für landwirtschaftliche GründerInnen entstehen.

ZALF · Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
Wissenschaftliche Koordination des Vorhabens.

Die Agronauten · Forschungsgesellschaft
Kommunikation und europäischer Transfer. Bringen 15 Jahre Arbeit zum Einstieg in die Landwirtschaft und das Access-to-Land-Netzwerk mit.

Agrarsoziale Gesellschaft · ASG e.V.
Aufbau der Trägerstruktur, die den Inkubator über die Projektlaufzeit hinaus tragen soll.

Warnke Agrar GmbH · Cobbel, Tangerhütte · Altmark
Pilotbetrieb Sachsen-Anhalt. Rund 2.000 Hektar über acht Dörfer, ökologisch. Modell Betriebsdiversifizierung.

Landwirtschaftsbetrieb Julia Bar-Tal beim Dachs in Garz
Landwirtschaftsbetrieb Julia Bar-Tal beim Dachs in Garz · Plattenburg · Prignitz
Pilotbetrieb Brandenburg. Marktgarten. Modell Inkubation auf Zeit.
Wer FarmStarter fördert
Gefördert vom BMFTR — in der Förderlinie WIR!
FarmStarter Elbe Valley wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm WIR! — Wandel durch Innovation in der Region. Die Förderung macht möglich, dass ein Modell, das sich in Europa seit zwanzig Jahren bewährt, erstmals in Deutschland in der Praxis erprobt wird.


Die Menschen hinter FarmStarter
Wer hier arbeitet — und woher wir wissen, wovon wir reden.
Die meisten von uns haben selbst einen Einstieg in die Landwirtschaft versucht, geschafft oder in Planung. Das ist keine Anekdote, das ist die fachliche Grundlage dieses Projekts.

Emily Groth
Zentrum für Agrarlandschaftsforschung · Koordination
Geografische Wissenschaften und Internationale Humanitäre Hilfe, dazu Jahre in Forschung, NGOs und internationalen Projekten — dieser interdisziplinäre Blick auf komplexe Zusammenhänge fließt bei FarmStarter in Projektkoordination und wissenschaftliche Begleitung ein.

Hannes Gerlof
Agronauten - Kommunikation, Netzwerk
Hannes arbeitet in allen drei Inkubator-Projekten in Deutschland mit: bei FarmStarter Elbe Valley, Ackerpreneurs und FarmStarter Hamburg. Er hat das Konzept aus Frankreich und weiteren EU-Ländern nach Deutschland gebracht. Im europäischen Netzwerk Access to Land ist er in Brüssel für Koordination und Bodenpolitik zuständig. In Deutschland koordiniert er das Netzwerk Flächensicherung, das deutsche Gegenstück zu Access to Land. Ehrenamtlich sitzt er im Vorstand von Ackercrowd e.V. und engagiert sich bei den Agronauten. Daneben ist er selbstständiger Filmemacher und ausgebildeter Obstbaumwart. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt und arbeitet im Wendland.

Peter Volz
Zentrum für Agrarlandschaftsforschung - Koordination / Agronauten - Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerken
Projektkoordination bei ZALF und im Vorstand der Forschungsgesellschaft Die Agronauten, dazu Mitglied im europäischen Netzwerk „Access to Land“ (Koordination der Arbeitsgruppe „Farm Incubator“). 15 Jahre Erfahrung mit Projekten zu Zugang zu Land in der Landwirtschaft, Farm-Inkubatoren, regionalem Wertschöpfungsmanagement und Ernährungssystem-Governance.

Julia Bar-Tal
Pilotbetrieb Garz
Landwirtschaftsmeisterin aus Brandenburg, Mitbegründerin des Bündnis Junge Landwirtschaft, ehemalige Geschäftsführung der AbL Nordost, Mitbegründerin des Ernährungssouveränitätsnetzwerks „The 15th Garden“ in Syrien, Bäuerin mit stark ausgeprägtem Willen, sich für das Recht auf Nahrung für alle einzusetzen. Julia setzt sich schon lange für gerechten Zugang zu Land, Einstiegsmöglichkeiten in die Landwirtschaft und die regionale Landwirtschaft ein und wünscht sich Strukturen, die es den nächsten Generationen möglich machen, tolle Höfe zu haben. Sie verbindet schon immer die strukturellen Fragen von Landwirtschaft mit den sozialen, menschenrechtlichen und den Fragen von Klimagerechtigkeit und Umweltschutz. Sie ist spezialisiert auf extensive Tierhaltung und Arbeitspferdeeinsatz im Gemüseanbau.

Christian Warnke
Pilotbetrieb Cobbel
Christian ist gebürtiger Altmärker. An der Uni Magdeburg studierte er Physik (Diplom) und parallel dazu Geschichte und Politikwissenschaft (Master). Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentelle Physik und später am Institut für Geschichte. Nebenbei absolvierte er ein Fernstudium der Landwirtschaft. Seit 2011 ist er Geschäftsführer der Warnke Agrar GmbH, später zusätzlich der übernommenen Elbland P. und H. GmbH und er gründete den Forstbetrieb „Märchenwald“. - Christians Herz schlägt für die zukunftsfähige, resiliente Entwicklung der Region - neben der Landschaftsgestaltung auf Betriebsebene initiiert und unterstützt er Unternehmungen wie z.B. den Kultur- und Geschichtsvereins „Grenzland“ und Solarkraft Tangerland.

Dr. Uta Mitsch
Pilotbetrieb Cobbel
Uta hat Landwirtschaft an der Fachhochschule studiert und hat währendessen auf vielfältigen, innovativen Betrieben im In- und Ausland als Praktikantin gearbeitet. Sie promovierte zu extensiver Beweidung mit Rindern, bevor sie in die landwirtschaftliche Praxis einstieg. Im Betrieb liegen ihre Schwerpunkte bei Projektentwicklung und Agroforst. Sie ist ausgebildete Baumwartin. Utas Leidenschaft gilt zudem der Permakultur, Selbstversorgung, nachhaltigem Bauen, Steinzeithandwerk und sozialer Integration. Ganzheitlich und nachhaltig zu leben und zu arbeiten ist ihr Anliegen.

Thomas Kliemt
Agrarsoziale Geselschaft -· Trägerstruktur
Acht Jahre bei der Kulturland eG, zuletzt in der Geschäftsführung: außerfamiliäre Übergaben, Kaufverträge, Pachtmodelle, Rechtsformen, Finanzierung. Davor vier Jahre biodynamische Ausbildung in der Schweiz — Thomas kommt selbst nicht aus einer Landwirtsfamilie. Inzwischen hat er mit seiner Frau den 76 Hektar großen Gemüsebaubetrieb seiner Schwiegereltern übernommen und kennt die Fragen, um die es hier geht, aus eigener Erfahrung. Bei FarmStarter verantwortet er den Aufbau der Trägerstruktur — die Rechtsform, über die GründerInnen künftig angestellt werden können.
Drei Vorhaben in Deutschland. Zwanzig Jahre Erfahrung in Europa.
Die Idee, Einstiegsstrukturen zu bauen, ist in Deutschland neu — aber sie steht nicht im luftleeren Raum. Wir arbeiten mit den Schwesterprojekten und dem europäischen Netzwerk zusammen, statt jeden Fehler noch einmal selbst zu machen.
Europäisches Netzwerk · Access to Land u. a.
Inkubatoren in Frankreich, Belgien, Spanien, Finnland und England. Ihre Erfahrung ist unser Ausgangspunkt.
FarmStarter Hamburg · BUKEA · FH Südwestfalen
Erprobt Existenzgründung und außerfamiliäre Übergabe im urban-periurbanen Raum der Vier- und Marschlande.
Ackerpreneurs · Rentenbank · BMLEH
Begleitet sechs Pilot-Tandems aus GründerInnen und Betrieben in einer vorbereitenden Phase.
Was wir brauchen
Der Inkubator steht. Jetzt geht es in die Testphase.
Wir können GründerInnen heute Zugang zu Fläche, Maschinen, Mentoring und einem Netzwerk geben. Als Nächstes ist es an den GründerInnen, ihren Traum vom Landwirtschaftsbetrieb wahr zu machen. Und damit aus der Testphase ein langfristiges Modell für FarmStarter wird, fehlen noch:
Stiftungen und FördererInnen
Konkret: Sozialversicherungsbeiträge, eine kleine Grundsicherung für die Gründungsphase, oder Zuschüsse zu Investitionen — so, wie es andere Berufseinstiegsmaßnahmen selbstverständlich vorsehen. Das ist die größte Lücke, und sie entscheidet über den Erfolg.
FlächeneigentümerInnen und Kommunen
Zugang zu Fläche für die Zeit nach der Inkubation. Wer ausgründet, braucht Land in der Region.
VermieterInnen und Wohnprojekte
Menschen, die neu in eine Region kommen, brauchen einen Ort zum Leben. Das klingt banal und ist es nicht.
Betriebe mit Nachfolgefrage
Noch nicht heute — aber wir bauen ein Modell, das übertragbar sein soll. Melden Sie sich, wenn Sie mitdenken wollen.
Technik
Konkret: Geräte und technische Infrastruktur für GründerInnen. Oder Sie haben ein funktionierende Maschine, die sie gern abgeben möchten. Damit können sie GründerInnen ganz praktisch unterstützen.
Infrastruktur
GründerInnen brauchen Gebäude! Vielleicht haben Sie haben ein Gewächshaus, eine Scheune oder anderen Gebäude die sich für die landwirtschaftliche Produktion anbieten und möchten diese zur Verfügung stellen.

Gemeinsam lernen
Was wir noch nicht wissen
Wir sind ein Reallabor. Es gibt in Deutschland noch keinen funktionierenden landwirtschaftlichen Inkubator, an dem wir uns orientieren könnten — deshalb machen wir das hier. Vieles davon findet sich gerade: die Trägerstruktur, die Finanzierung, die Auswahlverfahren, die rechtlichen Konstruktionen.
Auch für uns ist das neu. Die Betriebe, die Trägerstruktur, die wissenschaftliche Begleitung — alle machen diese Erfahrung zum ersten Mal. Das kann richtig gut werden, und es birgt ein Risiko. Beides zu sagen, gehört zusammen.
Wer mit uns einsteigt, gestaltet mit. Das ist eine Einladung und es ist der Grund, warum wir alles dokumentieren und auswerten — damit die Nächsten es leichter haben.

Das ist FarmStarter: Ein bis drei Jahre Zeit für die GründerInnen, im echten Betrieb, unter realen Marktbedingungen.

Das ist FarmStarter: Fläche, Gebäude, Maschinen und Infrastruktur auf einem echten Betrieb.

Das ist FarmStarter: Mentoring durch LandwirtInnen, die selbst wissen wie es ist, einen Landwirtschaftsbetrieb zu führen.
Materialien zum Download
Der 3-Seiter
Das Vorhaben, die Betriebe, die Modelle — kompakt auf drei Seiten.
Ihre Ansprechpartner
Wen Sie ansprechen sollten.

Projekt & Förderung
Peter Volz
ZALF

Trägerstruktur & Kooperation
Thomas Kliemt
Agrarsoziale Gesellschaft

Presse & Kommunikation
Hannes Gerlof
Die Agronauten
Reden Sie mit uns.
Ob Stiftung, Kommune, Verband oder Betrieb: Wenn Sie dazu beitragen wollen, dass der Einstieg in die Landwirtschaft in Deutschland wieder möglich wird — melden Sie sich.
